Als ich 2000 von Friedrichshafen nach Gröbenzell zurückzog, halfen mir mein Bruder und meine Schwägerin bei der Organisation. Es ging um die Größe des Umzugswagens. Meine Meinung war „ich hab ja nicht viel…“ Wir schätzten und überlegten hin und her, bis es meinem Bruder zu bunt wurde und er einen 7,5-Tonner bestellte. „Dann fahren wir halt halb leer“ meinte er. Das Ende vom Lied: wir haben die Klappe gerade so zubekommen.
Eine zeitlang war mein Leben so bewegt, dass ich innerhalb von 11 Jahren sieben Mal umgezogen bin.
Mit jedem Umzug hatte ich ein paar Kisten mehr zu tragen. Ein neues Dekoteil und einige „zu gut zum Wegwerfen“ und „wer weiß wofür ich das noch gebrauchen kann“-Kisten.
Meine Umzugshelfer waren in der Regel kulant. Einzig mein Ast wurde wiederholt moniert – der ist halt schon sperrig und erfordert im Umzugswagen mehr Raum, als in der Regel verfügbar.
Ich selbst fand das eher schwierig, weil’s mir unangenehm wurde. Ich ließ diese hilfsbereiten Menschen Dinge schleppen, die ich wahrscheinlich nie wieder benötigen würde.
Und nicht nur das, ich selbst investierte auch jedes Mal extra Zeit mit Ein- und wieder Auspacken für die Kellerobjekte.
Nicht alles, was mitkommt, passt auch noch.
Nach dem 5. Umzug habe ich endlich Konsequenzen gezogen und mich wirklich gefragt: brauchst du das noch, oder ist es einfach nur Ballast?
Spannend fand ich, dass einige meiner Sachen plötzlich nicht mehr passten. Bei Schränken ist das offensichtlich: wenn ich keine Wand mehr habe, wo der hinpasst, dann muss er weg oder ersetzt werden. Aber auch Gardinen, die sich auf einmal eher beengend als schützend anfühlten. Teppiche, die zu klein oder zu groß waren.
Kiste für Kiste. Gedanke für Gedanke.
Deshalb habe ich alles beim Auspacken neu bewertet. Mir ging es darum, ob meine alten Sachen auch in der neuen Umgebung noch einen Platz hätten, ob sie wirklich noch passten.
Der Ast durfte bleiben, ich liebe ihn heute noch. Ein Großteil an Klamotten und damit auch gleich ein ganzer Schrank durften gehen.
Auspacken hat etwas Meditatives (ähnlich wie Staubsaugen), vielleicht, weil man beim Auspacken unweigerlich auch sich selbst etwas sortiert. Ein Moment, in dem sich Kiste für Kiste, Gedanke für Gedanke, das Leben ein wenig neu zu ordnen scheint.
Umzug ist für mich immer der Moment für Inventur: im Außen wie im Innen. Da ich nicht mehr so oft umziehen möchte, habe ich mir eine jährliche äußere und innere Inventur angewöhnt. Abgleichen, was ist noch gut und was darf weg.
Letztes Jahr musste eine wunderschöne, sehr besondere Stehlampe gehen. Ich mochte sie wirklich, habe sie aber nie benutzt, weil sie einfach kein schönes Licht gab. Meist stand sie deshalb nur dekorativ herum.
Es gibt kein Tabu. Zumindest bemühe ich mich darum. Ist gar nicht einfach, ehrlich gesagt, das immer konsequent durchzuhalten.
Was soll in deinem inneren und äußeren Zuhause noch Platz bekommen?
Ich glaube jeder von uns sitzt gelegentlich vor solchen „Kisten“. Was davon im Leben ganz aktuell noch einen Platz bekommen soll, muss nicht an einem einzigen Tag beantwortet werden. Aber es lohnt sich, sich diese Frage von Zeit zu Zeit zu stellen.
Weil sich das Leben verändert. Und weil das, was gestern noch zu dir gepasst hat, heute vielleicht keinen Platz mehr braucht.
Wenn du dir wünschst, dein Leben wieder bewusster nach dem auszurichten, was wirklich zu dir passt und neugierig bist, herauszufinden, welche Themen du weitertragen möchtest und welche du guten Gewissens loslassen darfst, dann lade ich dich herzlich ein:
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#GanzKlarFrei