Zurück in den Job – aber gibt es ein Zurück?

Sie war Personalleiterin und genoss ihre Position. Sie war beliebt, kam eigentlich mit allen gut aus – sogar der Koch kannte ihre persönlichen Präferenzen.

 

Dann wurde sie schwanger und bekam ihr erstes Kind. Kein Problem dachte sie. Ein Jahr Elternzeit, dann steige ich wieder ein.

 

Auf den ersten Arbeitstag zurück im Job freute sie sich. Dann kam die Realität: ihre Assistentin hatte eine andere Position erhalten, ihr komplettes Team war nach einer Umstrukturierung neu eingeteilt, die Zuständigkeiten hatten sich verändert. Und selbst der Koch konnte sich an ihre Lieblingsspeise nicht mehr erinnern.

 

Sie fühlte sich frustriert, ausgeschlossen und übergangen. Ein richtig blödes Gefühl. Und natürlich wurde ihr klar, dass das zu erwarten gewesen war. Ihr eigenes Leben hatte sich auch massiv verändert. Sie hatte als Mutter eine neue Rolle eingenommen, musste zu Hause die Familienstrukturen bilden. Eigentlich nachvollziehbar, dass der Job und das Unternehmen währenddessen nicht in einen Dornröschenschlaf gefallen waren.

Foto von Andy Vult auf Unsplash
Foto von Andy Vult auf Unsplash

Anfangs war sie ärgerlich, zuerst mit der Arbeit, dann mit sich selbst. Und dann kam der Moment, in dem sie begann abzuwägen. Die Situation, sich, ihre Rollen – und zu schauen, was für eine Haltung ihr dazu gefallen würde.

Nicht jede Rückkehr beginnt nach einer Elternzeit. Manchmal ist es eine Familienzeit, eine Pflegephase, eine längere Auszeit oder einfach ein Abschnitt, in dem das Leben an anderer Stelle mehr Kraft gebraucht hat. Aber das Gefühl kann ähnlich sein: Man kommt zurück und merkt, dass weder der alte Platz noch man selbst ganz unverändert geblieben sind.

Der Job hat nicht gewartet. Du auch nicht.

Was sich anfühlt wie ein Problem, ist eigentlich eine ziemlich nüchterne Tatsache: Unternehmen warten nicht. Das Leben wartet nicht. Und wenn du ein Jahr lang jeden Tag improvisiert, entschieden und organisiert hast – oft ohne Plan, ohne Schlaf, ohne Applaus – dann bist du auch nicht mehr dieselbe wie vorher.

 

Zurück in den Job bedeutet also nie wirklich: zurück in das, was war. Es bedeutet: ankommen in dem, was jetzt ist. Mit dir, wie du jetzt bist.

 

Das klingt einfacher als es sich anfühlt.

Du steigst nicht wieder an derselben Station ein.

Stell dir vor, du bist an der Haltestelle „Elternzeit“ ausgestiegen. Der Zug – dein Unternehmen, dein Job, dein Team – ist weitergefahren. Hat unterwegs angehalten, neue Reisende aufgenommen, alte verabschiedet, vielleicht sogar die Route ein bisschen verändert.

 

Ein Jahr später steigst du wieder ein. Nicht mehr an der Haltestelle „Elternzeit“, sondern an der Haltestelle „Zurück im Job“. Der Zug ist ein anderer geworden. Du auch.

 

Und jetzt fährt er weiter. Mit dir.

Worum geht es eigentlich?

Manche Frauen kehren zurück und merken: dieser Job, dieses Unternehmen, dieser Weg – das passt eigentlich nicht mehr. Auch das ist eine wichtige Erkenntnis.

 

Die Frage ist nicht: Kann ich zurück in den Job? Sie ist auch nicht: Wie mache ich das?

 

Sie ist: Schaffe ich es, das, was jetzt ist, anzunehmen – und darin vielleicht etwas zu entdecken, das meine alte Erwartung nie eröffnet hätte? Oder ist es an der Zeit, ehrlich Bilanz zu ziehen – und zu entscheiden, ob dieser Weg noch der meine ist?

Neue Reisepläne

Sich in dieser Situation zu orientieren, zu sortieren, was passt noch zu mir, was kann weg, kann schon das eine oder andere Gedankenkarussell auslösen.

 

Ein Coaching-Gespräch ist ein Denkraum, in dem du diesen Moment fair betrachten kannst. Ihn nicht als Scheitern deuten musst – sondern als Neuverortung. Jemand hört zu, fragt nach, und hilft dir, das zu sortieren, was sich alleine im Kreis dreht.

 

Vielleicht ist Wiedereinstieg gar kein Zurück. Vielleicht ist es die Einladung, dich mit deinem neuen Leben auch beruflich neu ernst zu nehmen.

 

Wenn du gerade an so einem Punkt stehst und merkst, dass du deine nächsten Schritte nicht nur im Kopf hin- und herschieben möchtest: Meld dich gerne. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, worum es bei dir gerade wirklich geht.

#GanzKlarFrei