Ist ja irgendwie schräg, jetzt im Hochsommer von einer Weihnachtswoche zu schreiben, aber diese eine Woche trifft den Kern einfach außerordentlich präzise.
Es war die Woche vor Weihnachten. Und wie Vorweihnachtswochen so sind: dicht gedrängt. Letzte Plätzchen, Überlegungen für Weihnachten und Einkaufsliste, am Montag ist dann das Auto kaputt gegangen und ich konnte es direkt am Dienstag in die Werkstatt bringen. (Der Werkstatt bin ich heute noch verbunden.) Am Dienstag kam der Kater zerschunden nach Hause. Der Depp (sorry, aber wirklich!) hatte sich zum Aufwärmen in einen Motorraum verkrochen. Als das Fahrzeug anfuhr, hat es ihn halb skalpiert. Also vor „ich fahr zur Werkstatt“ erst zum Tierarzt. Keine Sorge, dem Kater geht es gut, er ist inzwischen 19 Jahre alt, alles in Ordnung. Also Planänderung: erst Tierarzt, dann Werkstatt. Ich habe dort einen Leihwagen bekommen und musste, weil es wegen des Tierarztbesuchs so spät geworden war, im Dunkeln heimfahren. Am Nachmittag hatte es angefangen zu schneien. Die Straße war rutschig, vor mir fuhr ein LKW. Plötzlich löste sich aus dessen Radkasten ein kolossaler Eisblock und schlitterte direktemang in die Schürze meines Leihwagens. Eigentlich hätte ich am nächsten Tag dann einen Termin beim Osteopathen gehabt.
Irgendwann musste ich einfach lachen
Der Termin wurde verschoben und ich gestehe, alles andere hätte mich in der Woche gewundert.
Jetzt könnte man natürlich sagen, oh Mann, so ein Mist, warum muss das alles passieren. Und offen gestanden habe ich das ein paar Mal gesagt. Als das Auto kaputt ging: Oh Mann, gerade jetzt vor Weihnachten, was mache ich bloß. Als der Kater verwundet vor der Balkontür stand: Oh je, Murphy, was ist mit dir und Mist, ich müsste mich eigentlich direkt auf den Weg in die Werkstatt machen. Und so weiter und so fort. Doch irgendwann im Laufe all dieser Missgeschicke ist’s innerlich in mir gekippt. Mich zu ärgern kostete soviel Kraft, die ich zum Jahresende schlicht nicht hatte.
Was solche Tage über unsere innere Haltung verraten
Ich bin selber noch beeindruckt, wie ich das damals hinbekommen habe. Wenn Ärger nicht geht, dacht ich, dann probier’s mit Humor. Betrachte die Komik dieser völlig verrückten Woche. Das hat mir damals geholfen.
Ich will damit sicher nicht ausdrücken, dass wir einfach auf ein Knöpfchen drücken müssen, und dann ist die Welt wieder in Ordnung.
Aber es zeigt mir, dass es, wenn wir versuchen, unvoreingenommen an eine Situation heranzugehen, gelingen kann, eine humorvolle oder gelassene Haltung einzunehmen.
Das Leben fragt nicht, ob uns die neuen Regeln gefallen
Meine Erfahrung ist, dass das Leben so oft unerwartet mit Spielregeländerungen um’s Eck kommt. Wo gerade noch eine gerade Straße vor uns lag, windet sich plötzlich eine Haarnadelkurve steil nach oben.
Da schreit man manchmal schnell „unfair“ oder man schwankt bedenklich, weil man fast das Gleichgewicht verliert. Darf man, soll man auch, sind ja menschliche Reaktionen. Die Frage ist, wie’s danach weiter geht.
Innere Beweglichkeit kann wachsen
Wir kommen alle mit einer immensen Beweglichkeit und viel spielerischen Ideen und Herangehensweisen auf die Welt. Als Babys probieren wir aus, fallen hin, stehen wieder auf und versuchen es erneut. Leider verlieren die meisten von uns diese äußere und innerliche Beweglichkeit im Laufe des Lebens.
Die gute Nachricht ist: Beweglichkeit ist (wieder-)erlernbar, man kann sie üben, sie kann wieder wachsen. Zum Beispiel im regen Austausch mit den Nachbarn, in der geistigen Auseinandersetzung mit einem philosophischen Thema, im sozialen Miteinander oder in der körperlichen Beweglichkeit selbst.
Und wir merken es direkt. Mit innerer Beweglichkeit können blöde Situationen plötzlich wieder Spaß machen. Wenn wir uns selbst herausfordern und fragen, wie kann man das am ökonomischsten lösen? Minimaler Energieaufwand, maximale Freude.
Was Coaching damit zu tun hat
Bisweilen verteufeln wir die Umstände und nehmen unsere Unbeweglichkeit kaum wahr. Wir versteifen uns wortwörtlich auf etwas und kommen davon nicht mehr weg. In meiner Weihnachtswoche hat mich am Ende der Humor rausgeholt.
Manchmal gelingt uns dieser Perspektivwechsel allein. Und manchmal nicht. Dann kann ein Blick von außen genau das sein, was wieder Bewegung in festgefahrene Gedanken bringt.
Wenn du merkst, dass du gerade innerlich feststeckst und neugierig bist, wie Coaching dir helfen kann, wieder mehr innere Beweglichkeit zu entwickeln, dann lade ich dich herzlich ein:
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#GanzKlarFrei