Letzte Woche habe ich euch von 2 Veränderungen bei mir erzählt, die zwar Überwindung gekostet haben, aber tatsächlich kein so tiefer Einschnitt in meinen Alltag, in mein Dasein darstellten. Es ging um Veränderungen, die eigentlich machbar wären und bei denen wir trotzdem oft nicht ins Tun kommen.
In diesen Situationen reicht oft ein sanfter Schubser, ein kleines Sprungbrett, das uns in Bewegung und ins Handeln bringt.
Aber nicht jede Veränderung ist so. Manche schneiden tiefer ein:
In unser Leben. Unsere Identität. Unsere Sicherheiten.
Dann verändert sich oft auch das innere Erleben und es braucht mehr als nur einen ersten Schritt.
Wenn der Wunsch da ist – und sofort die Zweifel kommen
So einen Wunsch, der wirklich tief ins eigene Leben eingreifen würde, kenne ich selbst auch. Mein Lieblingsurlaubsziel Dänemark hat eine hohe Anziehungskraft auf mich. Der ganze Norden fühlt sich an wie ein einziger Sog. Und ich könnte mir sehr gut vorstellen oben zu leben. Diese Gedanken kommen mir jedes Jahr und bin voller Sehnsucht.
Aber…, ja leider, es kommt auch bei mir das „aber“. Zeitgleich beginnt ein anderer Gedankenzirkus:
Wohin mit allem?
Was ist mit dem Büro, meinen Kunden?
Mit dem umfangreichen Hausstand?
Was ist mit der Familie, den Freunden?
Was, wenn ich im Norden keine Freunde, keinen Anschluss finde?
Was, wenn ich mich irre?
Wahrscheinlich geht alles schief!
Für die eine reicht ein Sprungbrett. Für die andere ist es ein Abgrund
Das sind Mechanismen, die bei uns allen greifen. Bewusst oder unbewusst. Und dabei kann man nicht pauschal festlegen, welche Veränderung nun „groß oder klein genug“ für Kategorie A (Sprungbrett) oder B wäre.
Das Empfinden, ob eine Veränderung tief ins Leben einschneidet, ist subjektiv und so vielfältig wie es Menschen auf der Erde gibt. Wie ich es auch im Coaching immer wieder erlebe, ist es stark von unserer Lebensumgebung abhängig. Tragen wir viel Verantwortung für andere? Fühlt sich unser Leben sehr vielschichtig oder unübersichtlich an? Welches Bild von uns selbst haben wir?
Was für den einen ein recht mutiger Schritt ist, fühlt sich für den anderen wie ein Weltraumprojekt zum Mars an.
Wenn der Kopf plötzlich gegen uns arbeitet
Petra Bock bringt diesen Gedankenzirkus wunderbar auf den Punkt. Uns hält nicht die Realität zurück, sondern ein evolutionär entstandenes und tief verankertes Schutzverhalten. Sie nennt diese inneren Gegenkräfte Mindfucks.
„Du kannst das nicht.“
„So gut wie die anderen schaffe ich das nicht.“
„Das ist verrückt, viel zu riskant.“
„Erst wenn alles organisiert ist, kann es gut werden.“
„Alles was ich anpacke, geht schief.“
„Am Ende verlierst du alles.“
Das sind beispielhaft einige typische Sätze, die dann fallen. Wichtig ist: Sie bilden nicht die Wahrheit ab. Sondern unser inneres System schlägt Alarm.
Den Spieß umdrehen: Das Muster hinter den Gedanken erkennen
Das Schwierige ist: Ein Mindfuck kommt selten allein.
Es ist in der Regel nicht nur ein einzelner Gedanke, der uns zurückhält. Sondern ein ganzes Geflecht aus Zweifeln, Befürchtungen und inneren Bewertungen, die sich gegenseitig stützen.
Und dahinter steckt ein Muster, das sich zwar stimmig anfühlen mag, aber uns blockiert. Das ist der Grund, warum es nicht reicht, nur eine Überzeugung zu entkräften, da sofort die nächsten inneren Einwände bereitstehen.
Im Coaching geht es deshalb weniger um den einzelnen Gedanken, als vielmehr um das Muster dahinter. Wenn dieses Muster sichtbar wird, entsteht ein Verständnis, warum manche Projekte einfach nicht vorangekommen sind und wir können daraus eine Strategie entwickeln, wie du in Zukunft vorankommst.
Wenn du merkst, dass du bei einer Veränderung immer wieder in denselben inneren Schleifen hängenbleibst, kann es hilfreich sein, genau dort einmal gemeinsam hinzusehen.
Buche dir gerne ein Kennenlerngespräch – ich bin gespannt, wer in deinem Gedankenzirkus alles auftritt.
#GanzKlarFrei