Wenn das Leben anders kommt: Wie wir mit Veränderungen umgehen, die uns nicht schmecken

Es ist ja eigentlich eine Lappalie. Ich fahr seit vielen Jahren an den gleichen Urlaubsort. Das garantiert mir sofortige und damit maximale Erholung. Jahrelang hatte sich dort nichts verändert, bis „plötzlich“ ein neues Café eröffnet wurde.

 

Am Anfang war ich entsetzt und echt beleidigt. Wieso muss jetzt da ein neues Café hin? Ohne meine Meinung dazu einzuholen! Zunächst habe ich das Café boykottiert. Da könnte ja jeder kommen. Inzwischen ist es zu einem festen Urlaubsritual geworden, mich dort einmal zu verwöhnen. So eine Vielfalt und liebevolle Präsentation von herrlichen Kuchen habe ich selten gesehen.

Kleiner Twist, große Wirkung: weniger bewerten, mehr neugierig bleiben

So geht’s mir auch im echten Leben immer wieder. Veränderungen, die von außen kommen, schmecken mir nicht, kommen zum falschen Zeitpunkt und bringen mich aus der Spur. Aber rückblickend sind sie so oft der Auslöser für eine neue Entwicklung, die ich selbst aus Trägheit oder Bequemlichkeit nicht angestoßen hätte.

 

Ich merke, dass je offener ich bleibe, desto leichter kann sich aus der nervigen Veränderung eine echte Chance ergeben.

 

Nehmen wir Anja als Beispiel. Sie war richtig sauer, als der Kunde das Projekt, in das sie schon einiges an Herzblut gesteckt hatte, plötzlich aus wirtschaftlichen Gründen wieder absagte. Ihr hätte das als Prestigeprojekt gut für ihr Portfolio gefallen.

 

Trotzdem hat sie sich entschlossen, nun nicht darüber bitter zu werden, sondern die frei gewordenen Kapazitäten genutzt. Sie hat ein neues Produkt, das zeitlich immer hinten anstehen musste, endlich in die Tat umgesetzt.

Nicht gut, nicht schlecht – erstmal einfach unbequem

Wir müssen Veränderungen nicht sofort gut finden. Aber wir können uns die Chance geben, zu schauen, was sie für uns mit sich bringen.

 

Für mich liegt genau dort der Schlüssel: Eine Veränderung ist nicht automatisch gut oder schlecht. Manchmal ist sie erstmal nur unbequem. Sie stört, passt nicht in den Plan. Sie nimmt mir etwas weg, das ich mochte oder kannte. Aber wenn ich sie sofort verurteile, nehme ich mir auch die Möglichkeit zu entdecken, was sie vielleicht mitbringt.

 

Ich will damit nicht sagen, dass jede Veränderung zwingend gut ist. Aber wenn wir zu schnell bewerten, schneiden wir uns manchmal von dem ab, was sich erst später als Geschenk, Erleichterung oder neue Möglichkeit zeigen könnte.

 

Es geht also primär um unsere persönliche Haltung dazu. Das fällt nicht immer leicht – das weiß ich nur zu gut.

Und was, wenn es ein verstecktes Geschenk ist?

Manchmal sehen wir in einer Veränderung erst einmal nur das, was stört. Was wegfällt. Was anders ist, als wir es gewohnt waren. Das ist menschlich.

 

Hier wird die innere Haltung wichtig: Nicht damit wir alles sofort gut finden, sondern damit wir innerlich beweglich bleiben. Offen genug, um nicht zu früh zu urteilen. Klar genug, um zu unterscheiden, was wirklich schwierig ist – und was vielleicht nur ungewohnt.

 

Darin liegt für mich innere Freiheit: Ich muss nicht alles kontrollieren können, um trotzdem bewusst damit umzugehen.

 

Und das Café? Inzwischen weiß ich: Hätte ich mich nicht eingelassen, wäre mir der beste Holunder-Cheesecake ever entgangen. Manchmal ist das Leben großzügiger, als unser erster Trotzanfall vermuten lässt.

 

Wenn du gerade vor einer Veränderung stehst und verstehen möchtest, was sie für dich bedeutet, kann ein Coaching hilfreich sein. Es kann ein Raum sein, in dem du genau das sortierst. Was verändert sich gerade? Was macht es mit dir? Was willst du daraus machen?

 

Buch dir gerne ein unverbindliches Kennenlerngespräch. Mit oder ohne Kuchen, ich freue mich auf dich.

#GanzKlarFrei