Sie tragen, halten, leisten und brennen leise aus

Sie ist Mutter, Partnerin, beruflich in verantwortlicher Position, beste Freundin und kümmert sich noch um die Oma. Sie hält den Alltag zusammen, denkt mit, denkt voraus und denkt oft für alle. Sie hält Spannungen aus, übernimmt Verantwortung und leistet über lange Zeiträume hinweg.

 

Sie ist eine von denen, auf die man sich verlässt.

 

Von außen wirkt das stabil. Doch diese Stärke trägt sie oft wie ein Kostüm, eine Maske, die sie schützt und gleichzeitig verbirgt. Dahinter droht sie unter der Last zu zerbrechen. Diese Stärke ist real, mit den Aufgaben gewachsen und zur Selbstverständlichkeit geworden.

 

Gerade deshalb bleibt oft unbemerkt, dass sie einen hohen Preis hat.

Das langsame Ausbrennen

Das geht nicht von heute auf morgen. Der Prozess beginnt schleichend und höhlt innerlich aus. Erschöpfung wird übertönt, Leere verdrängt, weil einfach keine Zeit dafür bleibt.

 

Mit der Zeit entsteht ein Gefühl von Enge, das sich kaum benennen lässt, aber dauerhaft präsent ist. Sie spürt, dass etwas nicht mehr im Lot ist und funktioniert dennoch weiter.

 

Ihr fehlt es nicht an Einsicht. Es fehlt der Handlungsspielraum.

Veränderung muss sein, aber findet keinen Platz

Diese Frau ist reflektiert. Sie sieht klar, dass Handlungsbedarf besteht. Und trotzdem findet sie keinen Raum für Veränderung. Ihr Tag ist eng getaktet. Sie selbst steht permanent ganz unten auf der Liste, weil sie tief verinnerlicht hat, dass die Bedürfnisse aller anderen Vorrang haben.

 

So brennt sie langsam aus. Ganz leise und im Hintergrund. Genauso, als wäre nichts.

Dicht stehende, trocken wirkende Bäume in einem Wald, die Stabilität zeigen und gleichzeitig wenig Lebendikgkeit ausstrahlen
Dicht stehende, trocken wirkende Bäume in einem Wald, die Stabilität zeigen und gleichzeitig wenig Lebendikgkeit ausstrahlen

Stärke braucht Raum, um sich zu erneuern

Es mangelt ihr also nicht an noch mehr Kraft oder Durchhaltevermögen. Es fehlt an innerlichen und äußerlichen Freiräumen.


Freiräume, um wahrzunehmen, wo sie ihre Grenzen längst überschritten hat.
Freiräume, um wieder Einfluss auf das eigene Leben zu gewinnen.
Freiräume, um nicht nur zu tragen und zu leisten, sondern auch, um sich selbst tragen zu lassen.

 

Wenn dich dieser Text berührt, weil du dich in Teilen wiedererkennst, kann ein Gespräch helfen, den eigenen Handlungsspielraum wieder sichtbar zu machen.

#GanzKlarFrei