Unter jedem Dach ein Ach –wir müssen nicht alles allein tragen
Es war ein sehr persönliches Gespräch mit einem Bekannten, das mich noch lange beschäftigt hat. Er erzählte mir, dass seine Tochter an Anorexie erkrankt war. Mich hat das sehr berührt — und offen gestanden auch überrascht. Denn ich kenne diese Familie: ganz normale Verhältnisse, freundlich, offen, liebevoll, zugewandt. Ein Haus, in dem vermeintlich alles „stimmt“. Und trotzdem: Plötzlich zeigt sich ein Riss. Ein Ungleichgewicht, das über diese Krankheit zum Ausdruck kommt. Meine Mutter sagte früher immer: „Unter jedem Dach ein Ach.“ Und vielleicht ist das wirklich so. Jede Familie, jeder Mensch trägt sein Päckchen, seine Brüche, seine Herausforderungen. Manchmal sieht man sie sofort, manchmal zeigen