Balance halten heißt bewegt bleiben

Viele Menschen erleben innere Balance als etwas, das man erreichen müsste – ruhig, stabil, ausgeglichen. Und sind irritiert, wenn sie sich gleichzeitig nach Rückzug und nach Lebendigkeit sehnen.

 

Besonders der Dezember macht dieses innere Spannungsfeld immer ganz besonders deutlich. Während im Außen ein Termin den nächsten jagt, drängt im Inneren vieles zur Ruhe, in die staade Zeit.

 

Meist sehnen wir uns dann nach einem ruhigen Abend für uns allein, einfach mal nichts müssen. Gleichzeitig  spüren wir ein starkes Verlangen nach Lebendigkeit und Verbindung. Nach der herzlichen Begegnung auf dem Markt, nach dem Gefühl dazuzugehören und am Leben aktiv teilzunehmen.

 

Dieses Spannungsfeld löst ein Dilemma aus, in dem es entscheidend wird, beides ernst zu nehmen.

Innere Balance ist kein fixer Zustand

Stell dir einen Balanceball vor: ruhig stehen geht nur durch ständige, kleine Gewichtsverlagerungen.

So ist für uns innere Balance. Mal braucht es Rückzug,
um wieder bei uns anzukommen. Dann Bewegung,
damit wir uns nicht selbst verlieren.

Das Problem ist nicht der Wechsel, sondern wenn wir an einem Pol festhalten,
obwohl sich innerlich längst etwas anderes meldet.

Balance entsteht nicht, wenn alles ruhig ist. Sondern wenn wir zulassen, dass sich etwas bewegt, mal hierhin, mal dahin. Sie kann entstehen, wenn wir bereit sind,
flexibel auf innere Verschiebungen zu reagieren.

Ruhe und Bewegung gehören zusammen

Es gibt Phasen, in denen Ruhe notwendig ist,
um innerlich wieder bei sich anzukommen.

 

Und dann gibt es Phasen, in denen Bewegung erforderlich ist:
damit wir uns weiterentwickeln, unser Leben aktiv gestalten, ganz allgemein lebendig sind.

 

Dauerhafter Rückzug kann genauso aus dem Gleichgewicht führen,
wie permanenter Aktionismus.

 

Die innere Balance geht verloren, wenn eines von beiden Übergewicht bekommt.

Klarheit entsteht durch Wahrnehmung

Entscheidend ist nicht, ob gerade Ruhe oder Aktivität dran ist. Sondern unsere ehrliche Wahrnehmung:

 

Was ist jetzt dran?

 

Spüre ich eine bleierne Müdigkeit und Reizüberflutung? Das schreit nach Rückzug.

 

Fühle ich mich unruhig, grantig oder leer? Das verlangt vielleicht nach inspirierendem Kontakt oder einer belebenden Tätigkeit.

 

Diese Klarheit kommt nicht aus dem Kopf, sondern aus dem Körpergefühl. Sie ist der Kompass für das fortlaufende Austarieren.

Zwischen Rückzug und Bewegung

Innere Balance kann aus meiner Sicht nicht bedeuten,
zugleich ruhig und aktiv zu sein.

Sie bedeutet, beweglich zu bleiben.
Zwischen Rückzug und Bewegung wechseln zu können.
Zu spüren, wann es Zeit ist, sich zurückzunehmen.
Und ebenso wahrzunehmen, wann es Zeit ist, wieder in Kontakt und Aktion zu gehen.

Balance ist also kein Ziel, das man erreicht und hält. Sie ist die Kunst, lebendig zwischen den Polen zu pendeln. Wahrscheinlich nie perfekt, aber immer authentisch.

Wenn du merkst, dass dich das Thema innere Balance und Klarheit gerade beschäftigt,
kann ein ruhiger Austausch helfen, wieder Orientierung zu finden.

Manche Gedanken kommen einem leichter im Gespräch.

#GanzKlarFrei