Alles läuft. Und trotzdem macht sich eine Leere breit

Ich erinnere mich an einen Moment im Urlaub vor einigen Jahren. Es war unser letzter Tag. Ich bin am Meer spazieren gegangen, war gut erholt, gelöst, ohne Anspruch.

Und dann kam der Gedanke an die Rückreise, an mein Leben zu Hause.

Plötzlich war da etwas, das ich kaum benennen konnte.
Panik. Traurigkeit. Und dann ein Vakuum, eine stille Leere.

Und mit ihr eine innere Enge, die mich körperlich regelrecht bedrängte.

Und das nicht mal, weil etwas besonders Schlimmes auf mich wartete.
Sondern, weil mir klar wurde:

Auf dieses Leben, so wie ich es führte, hatte ich schon lange keine wirkliche Lust mehr.

Wenn alles funktioniert – und trotzdem etwas fehlt

Dabei lief alles ganz OK. Ich hatte Termine bei Kunden, kam mit den Kolleg:innen gut klar, der Kater war gesund und ich hatte gute Freunde. Von außen betrachtet gab es keinen Grund, unzufrieden zu sein.

Und genau das machte diese Leere so irritierend.

Sie war kein Problem im klassischen Sinn. Nichts, was man mit einer guten Portion Pragmatismus gschwind vom Tisch hätte wischen können.
Sie war ein stilles und doch unüberhörbares Signal:

Etwas in meinem Leben nährte mich nicht mehr.

Manchmal kommt die Leere so subtil daher, dass wir sie nicht bemerken

„Leere“ klingt schnell bedrohlich, dabei ist sie oft ganz unspektakulär. Nicht depressiv. Nicht dramatisch. Eher wie ein innerer Raum, bei dem plötzlich alle Gäste nach einem wunderbaren Fest gegangen sind. Die Gespräche sind verstummt. Das Lachen, die Leichtigkeit sind weg.

 

Ich glaube wir alle kennen diese Momente:

 

  • Wir machen trotzdem weiter, weil was soll schon sein
  • Wir halten durch, es läuft doch
  • Und wir übersehen dabei, dass innerlich etwas auf Distanz geht

Diese Leere entsteht selten plötzlich.


Sie entwickelt sich, wenn wir längere Zeit über das hinweggehen,
was sich innerlich nicht mehr stimmig anfühlt.

Wachsam sein, bevor es eng wird

Bei mir war dieser Moment deutlich. Vielleicht sogar schmerzhaft deutlich.

 

Oft sind es kleine Zeichen:

  • eine Irritation
  • ein inneres Zögern
  • ein Gedanke wie: Warum mache ich das eigentlich?

Diese Signale brauchen keine sofortige Veränderung. Aber sie fordern unsere Aufmerksamkeit.

 

Wachsam sein soll nicht heißen, alles infrage zu stellen. Sondern wahrzunehmen, wo etwas nicht mehr rund ist.

 

Sich selbst ernst zu nehmen, bevor aus Leere Enge wird.

Ein Anfang von Orientierung

Innere Leere weist oft auf einen beginnenden Übergang hin, auf eine innere Verschiebung. Sie zeigt an, dass es Zeit sein könnte, genauer hinzuschauen, damit wir wieder in Beziehung zu uns und unserem eigenen Leben kommen.

 

Wo wir aufhören, diese leisen Signale zu übergehen, kann Klarheit beginnen.

 

Manche Gedanken klären sich leichter im Gespräch.

 

Wenn du merkst, dass dich dieses Thema beschäftigt, kann ein ruhiger Austausch helfen.

#GanzKlarFrei