Die Kraft der Atempause

Wenn ich in die Berge gehe, kommt immer ein Moment, bei dem ich sehr berührt bin. Immer dann, wenn mir auf dem Gipfel die Stärke und auch stoische Ruhe der Berge bewusst wird, bevor ich mich wieder bergab ins Gewusel des Alltags begebe.

 

Und auch am Meer habe ich diese Momente. Wenn man lange auf das Meer blickt, auf die Wellen, wie sie sich an den Strand schieben, dann zurücknehmen, dann kommt der Moment des Nichts, bis die nächste Welle anrollt.

 

Und vor einigen Jahren habe ich gelernt, wie ich dieses tiefe Berührtsein und ganz bei mir ankommen im Alltag herstellen kann. Auf einem Klosterwochenende mit Qi Gong lernte ich die Atempause kennen.

 

Früher dachte ich, mit meiner Atmung stimmt etwas nicht.

 

Nach dem Ausatmen bleibt bei mir meist eine lange Pause. Kein Atemzug, der nachkommt. Ich erinnere mich, wie ich mich früher fragte, ob das wohl normal ist, dieses Nichts vor dem nächsten Atemzug.

 

Bei dem Qi Gong-Wochenende im Kloster lernte ich, dass diese Pause etwas ganz Natürliches ist. Im „erfahrbaren Atem“ nach Professor Ilse Middendorf bekommt sie einen Sinn, einen eigenen Wert. Seitdem nehme ich sie bewusst wahr und genieße diesen Moment.

Der Zauber liegt in der Pause

Einatmen. Ausatmen. Atempause.

 

Nichts tun. Nichts steuern. Nichts beschleunigen. Nichts müssen. Einfach da sein und beobachten.

 

Man muss aus diesem Moment nichts machen. Man darf passiv erleben, wie der Körper weiß, wann es Zeit für den nächsten Atemzug ist – man muss ihn nicht anstoßen. Er kommt ganz von selbst.

 

Man kann diese Atempause genießen, im Vertrauen darauf, dass der nächste Einatem kommen wird. Dieses Vertrauen entsteht nicht als Gedanke. Es entsteht als Erfahrung im Körper, nicht im Kopf.

Sie ist immer dabei

Manchmal ist genau das ein wunderbarer Weg, um wirklich zur Ruhe und zu sich zu kommen: nicht durch Anstrengung und noch mehr Rennen, sondern einfach durch still sein und den Atem beobachten.

 

Man muss dafür nicht auf einen Berg steigen oder ans Meer fahren. Die Atempause hat man immer dabei – auch zwischen zwei Terminen, beim Warten auf den Kaffee, mitten im Tag, der eigentlich keine Lücke vorsieht. Gerade dann, wenn man nur noch funktioniert.

 

Man braucht dafür keine Vorbereitung. Man muss sie nur bemerken.

Eine Einladung

Diese Erfahrung begleitet mich seit vielen Jahren. Ich weiß nicht, was andere in dieser Pause erleben. Ich weiß nur, dass sie mich immer wieder berührt und zu mir bringt, wenn meine Gedanken davon galoppieren wollen.

 

Und manchmal findet diese Erfahrung – wenn sie zum Menschen und zur Situation passt – auch ihren Platz in meinen Coachings, als kleine Einladung: für einen Moment aus dem Tun ins Sein zu kommen.

 

Hast du Lust, dass wir uns in einer Atempause begegnen? Dann buch dir gerne ein Kennenlerngespräch bei mir. Ich freu mich darauf!

#GanzKlarFrei